Was ist Neuropsychologie?
Was ist Neuropsychologie?
Die Neuropsychologie ist eine Wissenschaft, die Verhalten und Gehirnfunktionen miteinander verknüpft. Dies geschieht durch die Anwendung verschiedener Tests. Der Neuropsychologe erstellt anschließend eine neuropsychologische Befundung, die mit dem Patienten besprochen wird. Es ist wichtig, dass ein Angehöriger oder Freund anwesend ist, um den Patienten zu unterstützen. Diese Befundung kann als Grundlage für die Rehabilitation dienen. Sie hilft dem Patienten und seinen Angehörigen außerdem, die Erkrankung besser zu verstehen. Oftmals ist dies eine belastende Erfahrung, da sich Betroffene der Folgen ihrer Erkrankung nicht immer bewusst sind.
Ermittlungsablauf:
- Gespräch, in dem die Beschwerden besprochen werden
- die Tests anhand des Gesprächs festlegen
Welche Funktionen können untersucht werden?
Gedächtnis, Konzentration, Sprache, räumliches Vorstellungsvermögen, Planung, Arbeitstempo, Aufmerksamkeit, Emotionen
Neurorehabilitation
Die neuropsychologische Rehabilitation unterstützt Menschen nach einem Hirntumor oder einer Hirnoperation im Rehabilitationsprozess. Dieser Rehabilitationsansatz ist umfassend: Sowohl kognitive (z. B. Aufmerksamkeit und Gedächtnis) als auch emotionale (z. B. Stimmungsschwankungen) Bereiche erfahren nach dem Tumor häufig deutliche Veränderungen, die sich auf den Alltag, soziale Beziehungen und das Selbstbild auswirken. Wir erörtern, wie Symptome erfasst werden und wie wir die Funktionsfähigkeit und Genesung durch gezielte Beratung und Schulung fördern können. – Glynn Dierick
Langzeitfolgen eines Hirntumors:
Glücklicherweise überleben immer mehr Menschen die Folgen eines Hirntumors. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Patient nach einer kurzen oder meist langen Genesungsphase keine Probleme mehr hat. Schließlich wurde das Gehirn, das alle Körperfunktionen steuert und Sitz unserer psychischen Fähigkeiten und Intelligenz ist, geschädigt. Es bleibt immer eine chronische Folgeschädigung zurück. Deren Ausmaß ist individuell verschieden.
Überlebende von Hirntumoren sind Menschen, die eine erworbene Hirnschädigung (EHS) erlitten haben. Es gibt viele verschiedene Ursachen für eine EHS: Hirnblutung oder Schlaganfall, Hirninfektion, Meningitis, Schädel-Hirn-Trauma, Hirnprellung, Koma und auch Hirntumore. Die Ursachen sind sehr unterschiedlich, die langfristigen Folgen jedoch sehr ähnlich.
Die meisten Betroffenen leiden unter Konzentrationsschwierigkeiten, chronischer Müdigkeit und geringer Leistungsfähigkeit. Diese Symptome können je nach Lage der Verletzung variieren. Epilepsie tritt häufig auf.
Bis vor wenigen Jahren ging man davon aus, dass die Genesung innerhalb von drei Monaten abgeschlossen sei. Funktionen, die bis dahin nicht wiederhergestellt waren, galten als unwiederbringlich verloren. Diese Annahme ist falsch. Heute wissen wir, dass die Genesung deutlich länger dauert, manchmal sogar viele Jahre. Dies liegt an der Neuroplastizität, bei der Gehirnzellen sehr allmählich die Funktionen geschädigter Zellen übernehmen. Daher ist es notwendig, dass die Rehabilitation länger als drei Monate andauert. Um das erreichte Funktionsniveau zu erhalten, kann sogar eine dauerhafte Rehabilitation erforderlich sein. Man sollte sich jedoch auch bewusst sein, dass die Genesung nie vollständig ist. Nach einer Hirnverletzung gibt es immer eine Übergangsphase: die Zeit vor der Erkrankung und die Zeit danach. Im Allgemeinen sind die Folgen eines Hirntumors relativ mild, und die betroffene Person kann weiterhin ein erfülltes Leben führen. Die Anpassung an die neuen Möglichkeiten und Einschränkungen ist jedoch notwendig.
Betroffene und ihre Angehörigen müssen sich bewusst sein, dass es sich um eine chronische Erkrankung handelt. Hirntumoren zeigen oft keine äußeren Anzeichen, dennoch sind die Betroffenen mit Einschränkungen konfrontiert. Ein tieferes Verständnis der Erkrankung ist für alle Beteiligten unerlässlich, um die Situation vollständig zu akzeptieren und zu verarbeiten.
Seit einigen Jahren erkennt die Flämische Agentur für Menschen mit Behinderungen (VAPH, www.vaph.be) NAH als Kategorie an. Dies ermöglicht es Betroffenen, die von der VAPH angebotenen Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.
Die Rückkehr ins Berufsleben ist oft schwierig. Es gibt Wiedereingliederungsprogramme für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen.