Kinder
Hirntumore können auch in jungen Jahren auftreten. Die Behandlung erfolgt durch ein multidisziplinäres Team an Universitätskliniken. Das Erkennen der Symptome ist für eine schnelle Diagnose entscheidend.
Hirntumore bei Kindern.
Hirntumore treten auch in jungen Jahren auf. Oftmals überschneiden sich die Symptome mit denen anderer Erkrankungen, und es kann lange dauern, bis eine korrekte Diagnose gestellt wird.
Erste Beschwerden können Kopfschmerzen (nachts und frühmorgens) sein, deren Intensität sich allmählich erhöht, Erbrechen (morgens) und ein gesteigertes Schlafbedürfnis.
Die Kopfschmerzen können sich beim Lachen und Husten verstärken und auch im Hinterkopf und Nacken auftreten.
Es können aber auch Leistungsabfall in der Schule, verminderte Aktivität oder Verhaltensänderungen auftreten. Hormonelle Störungen können ebenfalls vorkommen, die wiederum Symptome hervorrufen oder einen epileptischen Anfall auslösen können.
Es kann auch zu Funktionsverlusten der Gesichts-/Augenmuskulatur oder der Arme und Beine kommen.
Die Beschwerden hängen teilweise mit dem Alter zusammen.
Aufgrund ihrer Bedeutung haben wir sie im Folgenden aufgelistet: (Quelle: UZ Gent Webinar, Dezember 2025)
Säuglinge/Kleinkinder/Vorschulkinder .
Anhaltendes, wiederkehrendes Erbrechen
Gleichgewichts-/Koordinations-/Gangprobleme
Abnormale Augenbewegungen oder Verdacht auf Sehverschlechterung
Verhaltensänderungen, Lethargie
Krämpfe (insbesondere wenn sie ohne Fieber auftreten)
Eine abnorme Kopfhaltung, zum Beispiel ein steifer Nacken, der nicht verschwindet
Zunehmender Kopfumfang (Bedeutung von Kopfumfangsmessungen)
Grundschulkinder
Anhaltende, wiederkehrende Kopfschmerzen
Anhaltendes, wiederkehrendes Erbrechen
Gleichgewichts-/Koordinations-/Gangprobleme
Abnormale Augenbewegungen
Sehverschlechterung, Doppeltsehen, verschwommenes Sehen
Verhaltensänderungen
Krämpfe (insbesondere wenn sie ohne Fieber auftreten)
Eine abnorme Kopfhaltung, zum Beispiel ein steifer Nacken, der nicht verschwindet
Teenager.
Anhaltende, wiederkehrende Kopfschmerzen
Anhaltendes, wiederkehrendes Erbrechen
Gleichgewichts-/Koordinations-/Gangprobleme
Abnormale Augenbewegungen
Sehverschlechterung, Doppeltsehen, verschwommenes Sehen
Verhaltensänderungen
Krämpfe (insbesondere wenn sie ohne Fieber auftreten)
Verzögerte oder beschleunigte Pubertätsentwicklung
Bei Kindern kann die Zeitspanne zwischen dem Auftreten erster Symptome und der Diagnose verlängert sein. Die Einschätzung dieser Situation stellt Eltern und Ärzte nach wie vor vor eine Herausforderung, und glücklicherweise tritt sie selten auf. Sollten die Probleme jedoch anhalten, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam. Eine verzögerte Diagnose erhöht das Risiko neurologischer Komplikationen.
Tumorarten
Die häufigsten Tumoren bei Kindern sind Gliome, insbesondere Astrozytome, sowie Ependymome und Medulloblastome. Jährlich werden etwa 120 Diagnosen gestellt.
Referenzzentren:
Nach der Diagnose ist es wichtig, dass das Kind in einem auf diese Pathologie spezialisierten Referenzzentrum weiter überwacht und behandelt wird.
Weiterer Verlauf der Ereignisse:
Zunächst werden wir für eine stabile und sichere Situation sorgen. Beispielsweise kann im Falle eines Überdrucks im Gehirn ein Drainagesystem installiert werden, um die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit über einen alternativen Weg abzuleiten und so den Druck im Gehirn zu regulieren.
Die Weiterentwicklung erfolgt auf der Grundlage medizinischer Bildgebung und der Gewinnung von Gewebe, zunächst durch eine Biopsie oder durch sofortige Intervention.
Die Art und Lage des Tumors bestimmen maßgeblich, in welchem Umfang eine Läsion erfolgreich entfernt werden kann. Es handelt sich dabei oft um heikle Eingriffe mit dem Risiko von Blutungen und Hirnschäden, obwohl alles unternommen wird, um diese Komplikationen zu minimieren.
Das gewonnene Gewebe wird weiter untersucht, um die optimale Nachbehandlung festzulegen. Es wird sozusagen ein Fingerabdruck des Tumors erstellt, der eine gezielte Behandlung des am stärksten betroffenen Gewebes ermöglicht. Dieses Verfahren verlängert jedoch die Wartezeit bis zur endgültigen Diagnose.
Der Krankheitsverlauf hängt von vielen Faktoren ab und ist von Person zu Person unterschiedlich. Art des Tumors, sein Grad, seine Lage, die Möglichkeit einer vollständigen Entfernung und weitere molekulare Untersuchungen – all diese Faktoren spielen eine Rolle.
Während einer Operation ist die Entfernung des erkrankten Gewebes ein heikler Balanceakt: Wird zu viel entfernt, kann dies zu Schäden und Funktionsverlusten beim Patienten führen, während eine zu geringe Entfernung das Risiko eines erneuten Auftretens oder eines Rückfalls erhöht. Daher kann eine Gewebediagnose während des Eingriffs die Entscheidung des Chirurgen über das Ausmaß der Gewebeentfernung maßgeblich beeinflussen.
Strahlentherapie
Nach der chirurgischen Behandlung kann eine zusätzliche Behandlung in Form von Bestrahlung oder Radiotherapie vorgeschlagen werden.
Es gibt die Standard-Photonenbestrahlung, aber auch eine spezialisiertere Protonentherapie, die weniger Streustrahlung erzeugt und daher das umliegende gesunde Gewebe weniger schädigt. Die Wahl der Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab und muss von den Strahlentherapeuten getroffen werden.
Es besteht das Risiko einer Schädigung des sich entwickelnden Gehirns durch Strahlung. Daher kann die Strahlung zu neurokognitiven Verzögerungen mit einem gewissen IQ-Verlust führen, dies lässt sich jedoch nur schwer verallgemeinern.
Chemotherapie
Diese Therapie ist auch für Kinder eine Option, hat aber den Nachteil, dass viele Nebenwirkungen auftreten können.
Zielgerichtete Therapie
Diese innovativen medikamentösen Therapien befinden sich in der Entwicklung. Sie bieten oft den Vorteil, als Tablette oder Sirup eingenommen zu werden, belasten das Knochenmark beispielsweise weniger als eine Chemotherapie und sind häufig wirksam. Auch hier spielen viele Faktoren bei der Entscheidung für diese Behandlung eine Rolle. Die Langzeitfolgen sind ebenfalls noch nicht absehbar. Dennoch scheint ein positiver Wind in der Therapielandschaft zu wehen.
Allgemein
Es ist unbestreitbar, dass viele Kinder von der Diagnose eines Hirntumors profitieren können. Ebenso klar ist jedoch, dass diese Behandlungen Narben hinterlassen können, die langfristig die Funktionen und Organe eines Menschen beeinträchtigen. Daher ist eine sorgfältige Überwachung unerlässlich, und die Folgen der Behandlungen müssen angemessen berücksichtigt werden.
Pflegepfad
Idealerweise wird der Patient von einem multidisziplinären Team betreut, das ihn auch nach der Behandlung engmaschig überwacht. Kinderarzt und Hausarzt gehören selbstverständlich zu diesem Team. Letzterer überwacht den Patienten zu Hause und kontaktiert das Krankenhaus-Team, falls Auffälligkeiten auftreten. Eine Pflegeberaterin kann als Ansprechpartnerin zwischen allen beteiligten Gesundheitsdienstleistern fungieren.
Ayas (16 - 35 Jahre alt)
Wenn Sie zwischen 16 und 35 Jahre alt sind und einen Hirntumor haben, stehen Ihnen spezielle Unterstützungsangebote zur Verfügung.
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