Psychische Beschwerden

Psychologische Aspekte – Moralische Unterstützung – Aufmerksamkeit für die Bedeutung

Sobald jemand die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit erhält, verändert sich seine Welt, und er lebt in Ungewissheit über seine Zukunft. Wie wird die Krankheit verlaufen? Welche Auswirkungen wird sie auf seine Lebensqualität haben? Wie lange bleibt ihm noch zu leben? Was erwartet ihn?

Ein Mensch erlebt sich als Ganzes. Negative Gedanken, Gefühle oder Stimmungen können körperliche Empfindungen wie Schmerzen oder Erschöpfung auslösen und umgekehrt. Zudem lebt niemand allein. Eine Krankheit betrifft immer mehrere Personen auf unterschiedliche Weise. Nicht nur der Kranke selbst, sondern auch seine Angehörigen müssen sich an neue, ungewisse und manchmal schmerzhafte Lebensumstände anpassen.

Eine gute medizinische und pflegerische Versorgung gewährleistet dem Patienten optimalen körperlichen Komfort und minimiert Schmerzen und Beschwerden. Das psychische und existenzielle Leid, das aus einer schweren Krankheit und der möglichen Konfrontation mit dem Tod resultiert, lässt sich jedoch selbst mit den besten Medikamenten nicht lindern oder beseitigen. Die Fähigkeit, dieses Leid auszudrücken und zu benennen, macht es erträglicher.

Manche Menschen glauben, dass die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen eine Gefühlssache und zu persönlich ist, um im Rahmen einer Therapie behandelt zu werden. Sich der eigenen Sterblichkeit oder der Sterblichkeit eines geliebten Menschen zu stellen und diese zu verarbeiten, ist quälend schwer. Sie könnten dabei sicherlich Unterstützung gebrauchen.

Die Sinnsuche im Leben betrifft Dinge, die uns im Alltag am Herzen liegen, wie den Wunsch, geliebt zu werden und ein guter Elternteil, Partner, ein gutes Kind oder ein guter Mensch zu sein. Sinnfragen berühren das Wesen des Lebens selbst, und so können wir uns angesichts des „Schmerzes des Seins“ manchmal zutiefst ohnmächtig fühlen.

Niemand ist ein unbeschriebenes Blatt. Die persönliche Lebensgeschichte, einschließlich des philosophischen oder religiösen Hintergrunds, prägt maßgeblich die Erwartungen an das Leben und den Umgang damit. Jeder Mensch erlebt Krankheit anders. Doch jeder sehnt sich bis zum Schluss nach Akzeptanz und Respekt. Existenzielle Einsamkeit lastet schwer. Um Wohlbefinden zu empfinden, brauchen Menschen die Verbindung zu anderen oder zu etwas außerhalb ihrer selbst.

Sinnfragen werden oft von anderen Fragen überlagert. Vielen Menschen fällt es leichter, körperliche Schmerzen und Unbehagen auszudrücken als beispielsweise: „Ich habe Angst, lass mich nicht allein.“ Auch die Sorge um Angehörige oder die Angst vor Ablehnung können Menschen davon abhalten, ihre Gefühle zu äußern.

Gezielte Aufmerksamkeit und Fürsorge für die innere Welt des Patienten tragen zu seinem Wohlbefinden bei. Dies wirkt sich wiederum positiv auf sein Umfeld aus. Die Möglichkeit, jeden Gedanken und jedes Gefühl vertrauensvoll und sicher einem Fremden anzuvertrauen, der nicht Teil der eigenen Geschichte ist, aber aufrichtig zuhört und sich um Verständnis bemüht, kann eine sehr befreiende und heilsame Erfahrung sein. Nicht umsonst sagen Menschen, dass sie durch das Erzählen ihrer Geschichte zu sich selbst zurückfinden. Existenzielle oder spirituelle Begleitung bedeutet mehr „da sein“ als „etwas tun“. Sie beinhaltet eine besondere Form der Nähe, in der sich der Begleiter vor allem für das Innere des anderen interessiert.

Fakten lassen sich nicht ändern, aber die Bedeutung, die man ihnen beimisst, und der Umgang mit ihnen sind veränderbar. Sich selbst und das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten, kann heilsam sein. Es kann inmitten von Leid ein Gefühl des Wohlbefindens hervorrufen und neue Wege der Versöhnung mit sich selbst und dem eigenen Wesen eröffnen.

Sinn und Lebensphilosophie sind eng miteinander verbunden. Jede Glaubensrichtung hat ihren eigenen Moralkodex, spezifische Symbole, Bräuche und Rituale. Im Glauben oder der Lebensphilosophie findet der Mensch die „Schlüssel“ zum Umgang mit Leben, Tod und Sterben.

Die Anbieter von Leistungen im Bereich der psychischen Gesundheit sind auch da, um gemeinsam mit dem Patienten und seiner Familie über das Geschehen zu reflektieren und sie bei der Suche und dem Treffen von Entscheidungen zu unterstützen, die für sie geeignet sind.

Corinne Assenheimer, liberale Moralberaterin



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